Internetdomains sicher umziehen

Der Domainname, also die Internetadresse eines Online-Angebots, fällt rechtlich in die gleichen Kategorien wie das Namens- und Markenrecht. Allerdings haben sich hier zusätzlich historisch gewachsene Verfahren wie das Prioritätsprinzip etabliert. Wer sich rechtzeitig einen Domainnamen sicherte, konnte diesen oft behalten, auch wenn es schon eine ältere geschützte Marke gab. Das Domainrecht wird aber vor allem durch eine Rechtsprechung bestimmt, die stattdessen immer wieder dem älteren Firmenrecht und eingetragenen Marken das Recht an einer Internetadresse zuspricht:

Besonders kompliziert kann es werden, wenn dann dem Markeninhaber die Domain des Dritten zugesprochen wird. Wie erfolgt dann in der Praxis die >Übertragung der Domain? Diese wird in der Regel von einem sogenannten Domain-Provider verwaltet, der aber nicht zwangsläufig auch die Webseite selbst auf seinen Servern betreibt.

Eine Domainadresse ist technisch gesehen eine Zahlenfolge, die letztlich auf einen Webserver verweist. Eine Adresse wie www.meinname.de wird in Zahlen umgewandelt, die in den so genannten DNS-Server, eine Art von Adressbuch des Internets, eingetragen sind und einem spezifischen Server zugeordnet werden. Diesen Verweis muss man zum Beispiel ändern, wenn man einen neuen Webhosting-Provider verwendet, auf dessen Servern die Website zukünftig laufen soll. Theoretisch kann jeder Domaininhaber einen solchen Antrag beim Domain-Provider stellen. Lange Zeit musste man dafür nur einen unterschriebenen Antrag per Fax schicken.

Auth-Code Voraussetzung für den Domainumzug

Seit 2010 gibt es ein neues Verfahren, das AuthCode oder AuthInfo genannt wird. Dies ist eine lange Abfolge von Ziffern und Buchstaben, die nur der rechtmäßige Domaininhaber besitzt. Will man den Provider wechseln, muss dieser Code angegeben werden. Nur dann kann die Domain auf einen anderen, neuen Server umgeleitet werden. Den Authorization Code bekommt der Domaininhaber von seinem derzeitigen Provider, der die Domain verwaltet. Den AuthCode kann man in der Regel im Administrationsbereich seines Domain-Providers anfordern. Dieser verwaltet den Code und ist zu seiner Herausgabe an den Domainbesitzer verpflichtet. Mit dieser Maßnahme sind vor allem Unternehmen besser gegen illegales Domain-Hacking und unrechtmäßige Domainübernahmen abgesichert.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat es jetzt schwieriger gemacht, den Inhaber einer Domain über eine WHOIS-Abfrage herauszufinden und so einen nicht genehmigten Umzug zu veranlassen. Für eine „.de“-Domain muss man bei der zentralen Registrierungsstelle DENIC seine Daten hinterlegen, wenn man diese Auskunft beantragt und bekommt sie nur per E-Mail geschickt. Damit ist zumindest die Schwelle zum Missbrauch etwas höher geworden. – Der AuthCode stellt dann eine weitere wirksame Schutzlinie dar.

Rechtliche Probleme beim Domainumzug

Ganz einfach ist der Umzug einer Domain dennoch nicht. Wenn eine Firma zum Beispiel eine bestehende Domain übernehmen will, der Registrar aber noch offenstehende Rechnungen des vorherigen Nutzers hat, kann es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen. Auch beim Verkauf von Marken und Unternehmensteilen mit eigener Internetadresse sollte vertraglich einwandfrei geregelt sein, wie der Umzug vollzogen wird.

In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass ein Provider die Domain nicht freigeben will, selbst wenn das Verfahren vorschriftsgemäß durchgeführt wurde. Ein Sonderfall ist es, wenn ein Provider seinen Geschäftsbetrieb einstellt und man deswegen die Domain umziehen muss. In diesen Fällen sollten Sie einen Rechtsbeistand zu Rate ziehen.

Als Fachanwälte für gewerblichen Rechtsschutz zählen wir auch das Internetrecht zu unserem Aufgabengebiet. Wir unterstützen Sie beispielsweise bei der Suche nach geeigneten Domainnamen sowie dem Umzug von Domains zu einem neuen Provider. Unsere Leistungen erstrecken sich zudem auf die Beratung beim Verkauf von Domains und die anwaltliche Begleitung bei den entsprechenden Verträgen.

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