„Neuschwansteiner“ Bier, königlich gebraut

Das OLG München urteilte zu der Frage, ob ein Bier mit der Bezeichnung „Neuschwansteiner“ und der Angabe „nach der ‚Méthode Royale‘ gebraut“ angeboten und beworben werden darf.

 

Ein ewig Rätsel will ich bleiben – das Schloss Neuschwanstein bleibt unverändert attraktiv, auch für für die Werbebranche:

 

Das OLG München hatte sich wieder einmal mit der Bezeichnung “Neuschwansteiner“  auseinanderzusetzen (Urteil vom 01.02.2018, Az.: 29 U 885/17).

 

Diesmal wurde die Bezeichnung für ein untergäriges Edelmärzen-Bier verwendet. Zusätzlich wurde das Bier beworben mit der Aussage: nach der “Méthode Royale gebraut“.

Tatsächlich wurde das Bier aber natürlich nicht im Märchenschloss Neuschwanstein gebraut, aber immerhin im nur 2,1 km Luftlinie entfernten Schwangau.  Die ebenfalls beworbene Braumethode “Méthode Royale“ stellte sich als völlig übliches Brauverfahren des so beworbenen Märzen heraus.

  1. Folgerichtig untersagte das Gericht die Bezeichnung “Méthode Royale“ als wettbewerbsrechtlich unzulässig. Denn die Bezeichnung suggeriere eine tatsächlich nicht gegebene Hochwertigkeit der Braumethode, indem sie sich offensichtlich an die Bezeichnung der Herstellungsmethode von Champagner “Méthode Champenoise“  anlehne; zudem sei die Flaschenform einer Champagnerflasche nachempfunden. Es würde dem Verbraucher somit vorgetäuscht, das so beworbene Bier sei etwas Besonderes, was es aber tatsächlich nicht ist.
  2. Die Bezeichnung “Neuschwansteiner“ für das Bier hielt das Gericht allerdings für zulässig, auch wenn das Bier nicht in dem Schloss Neuschwanstein gebraut wird. Denn der Verkehr verstehe die Bezeichnung nicht als geographische Herkunftsangabe. Er wisse vielmehr, dass sich unmittelbar in dem bekannten Schloss Neuschwanstein ganz traditionell keine Brauerei befindet, sondern ein Museum. Daher würde der Verkehr auch nicht annehmen, das Bier werde dort hergestellt. Auch wenn für das Bier die Herkunftsangabe „Neuschwansteiner“ also objektiv falsch war, ergab sich daraus keine Täuschung der Verbraucher, die etwa zu verbieten wäre.
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